Putins Propagandamaschine kennt nur noch Nazis, seitdem die Meinungsäusserung, die in Russland schon seit langem gegängelt und schikaniert wird, nunmehr komplett abgeschafft wurde und bei Strafe niemand mehr den russischen Krieg in der Ukraine als ebensolchen bezeichnen darf. Denn in der Ukraine wird kein Krieg geführt, sondern es werden Neonazis bekämpft!
So verkündete vor drei Tagen Mikhai Mizintsev, der Direktor des russischen nationalen Zentrums für Verteidigungsmangament, die eigenen Streitkräfte hätten die wichtigsten Neonazigruppen in den Vororten von Mariupol ausgeschaltet. Später präsentierten russische Medien eine verlassene, angebliche Neonazi-Basis in der Ukraine, danach ein angebliches Neonazi-Gefängnis.
Der jüngste Coup der Putinschen Propagandamaschine ist ein Ausschnitt aus einer Hassrede des ukranisch-afghanischen Journalisten Fahruddin Sharafmal, der auf “Ukraine 24” davon gesprochen hat, dass Eichmann sein Vorbild sei und er dazu aufrufe, Russen und sogar russische Kinder zu töten. Zwar ist diese erschütternde Hassrede zweifelsfrei echt, gleichwohl nur die halbe Wahrheit.
Denn zum einen haben sich russische Medien erlaubt, ein Bild von Eichmann einfach in den Film hineinzuredigieren, das im Original gar nicht vorhanden war. Zum anderen verschwiegen sie, dass, worauf der Internetdienst “The Bulwark” hinweist, Sharafmal sich einen Tag später für seine Hetzrede entschuldigt hat.
Während aber Sharafmal sich entschuldigte, liess das russische Staatsfernsehen offenbar Beiträge durchgehen, in denen zum öffentlichen Hängen in der Ukraine aufgerufen wird, wo für das Paralleluniversum des Kreml bekanntlich kein Krieg stattfindet. (Ob es von russischer Seite ähnliche Entschuldigungen gegeben hat, ist mir nicht bekannt. )
Nazis sind eben immer die anderen.