An die 240.000 Bürger griechischer Herkunft sollen in der Ukraine und mehr als 150.000 von ihnen im Grossraum Mariupol und im Bezirk Danieck leben – in einem Gebiet, das jetzt von der russischen Armee eingekesselt wird. Viele wollen Mariupol verlassen, vor allem die Griechen, die zwar auf Seiten der Ukrainer stehen, aber nicht immer erpicht darauf sind, zu den Waffen zu greifen.
Angeblich soll die russischen Armee ihnen sogar freies Geleit zugesichert haben. Doch seit einigen Tagen wird berichtet, dass das rechtsextreme ukrainische Asow-Regiment die griechischen Zivilisten daran hindert, die Stadt zu verlassen. Andere Quellen bestätigen dies, so der in Mariupol lebende griechische Ökonom Thrasos Eftychidis.
Allerdings, so Eftychidis, seien die Russen auch nicht gerade zimperlich: Russischsprachige Separatisten der östlichen Provinzen haben demnach die Kontrolle über mehrere griechische Dörfer übernommen, während die russische Armee wiederholt Krankenwagen angehalten, sie konfisziert und in einigen Fällen die Insassen getötet haben soll.
Gegenüber dem griechischen Sender ERT beklagte eine Ukraine-Griechin ebenfalls schon vor einigen Tagen, dass man sie nicht aus der Stadt herauslasse, sie fügte aber hinzu, dass es die russischen Soldaten seien, die Menschen töteten und dann das Gegenteil behaupten. Schon längst ist der Krieg dreckig geworden.